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Nacht der Keller
Ort: entlang der Südtiroler Weinstraße
Wann: 16.06.2012
Zeit: 17 - 24 Uhr
 
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Castelfeder – Wahrzeichen dieser Ferienregion

Ein Ort mit Geschichte

Zwischen Auer und Montan, auf einem strategisch wichtigen Porphyr-Hügel, erhebt sich Kastelfeder – nein Castelfeder (von castello = Burg in Italienisch). Castelfeder ist eine prähistorische und römische sowie frühmittelalterliche Siedlung und stellt eine mehrfach gegliederte geräumige Kuppe dar. Stämme aus der Stein- und Bronzezeit, aber auch Räter, Römer, Rätoromanen, Ostgoten, Langobarden, Franken und Bajuwaren haben sich hier ebenso niedergelassen wie mittelalterliche Adelsgeschlechter und Ritter. Sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Die „Oberburg“ erhebt sich rund 190 m über die Talsohle und liegt auf 405 m.

Heute sind vor allem Teile der Ringmauer mit den bekannten „Kuchelen“, die ursprünglich als Wehrmauer gedacht war, erhalten sowie Teile der Barbarakapelle, welche aufs 6. Jahrhundert datiert wird. Zudem besticht der sonnige Hügel durch seine interessante Vegetation mit urigen Eichen und durch ein Biotop der ganz anderen Art.

Tauchen Sie ein, in diese mystische Welt!



Zur Geschichte:

Archäologische Befunde und Baubestand

Zu den archäologischen Funden gehören Urnengräber mit Grabbeigaben aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr., die der Laugen-Melaun-Kultur zugewiesen werden können. Ebenfalls nachgewiesen wurden Brandopferplätze.

Um 500 wurde eine byzantinische Festung zum Schutz gegen die Germanen errichtet; Reste der 500 Meter langen Mauer, die sogenannten Kuchelen, sind noch erhalten. Die römische Straßenstation Endidae, die nach dem Itinerarium Antonini nordwärts von Trient etwa zwischen Neumarkt und Auer lag, dürfte sich nicht auf der „Oberburg“ des Castelfeder befunden haben. Wahrscheinlicher ist die Lage irgendwo in der Ebene darunter, beispielsweise in Vill, wo die Reste einer römischen Villa mit Fußbodenmosaiken angeschnitten wurden.

Die ruinenbestandene Hügelkuppe des Castelfeder, die eigentliche „Oberburg“, trägt eine Befestigung des frühen Mittelalters. Ob es sich dabei um das bei Paulus Diaconus für das Jahr 590 erwähnte Castrum Ennemase handelt, bleibt umstritten.


Besonderheiten der Ringmauer

Auffallendes Merkmal dieser Befestigung ist die ausgedehnte Ringmauer, die sich im Osten und Süden in ihrem Verlauf nahezu geschlossen verfolgen lässt und im Süden sich durch die so genannten „Kuchelen“ noch in bedeutender Höhe erhalten hat. Die Ringmauer weist nach innen einen Bogengang auf, der ursprünglich den Wehrgang getragen hat. An manchen Stellen sind zusätzlich nach außen hin, in unregelmäßigen Abständen, schmale Strebepfeiler nachweisbar. Die Mauer ist auffallend dünn. Sie scheint überwiegend nicht auf den Felsen fundamentiert zu sein. Trotzdem kann man das Mauerwerk nicht als flüchtig oder gar nachlässig errichtet bezeichnen, eher hat man die größtmögliche Haltbarkeit mit dem geringsten Aufwand zu erreichen gesucht.

Die architektonischen Merkmale dieser Anlage sind wiederholt mit byzantinischen Befestigungen verglichen worden, besonders mit der großen Landmauer von Konstantinopel.


Bebauung innerhalb der Ringmauer

Die Innenbebauung der Befestigung scheint überwiegend aus Holz gewesen zu sein. Jedenfalls ließen sich Reste verschiedener Holzbauten bei den Grabungen nachweisen. Einziger Steinbau der Zeit war vermutlich die St. Laurentius und St. Vigilius geweihte, spätere Barbarakapelle.

Diese erste Befestigungsanlage scheint durch einen Brand, der sich im Bereich der Kuchelen feststellen lässt, zerstört worden zu sein. Im 7. Jahrhundert wird im Areal zwischen der Kapelle und den Kuchelen ein Gräberfeld angelegt. Ein zweiter Brand im Verlauf des 7. Jahrhunderts beeinträchtigt schließlich die ganze Anlage inklusive der Kapelle. Die Befestigung ist daraufhin möglicherweise aufgelassen worden, und nur die Kapelle wurde wiederhergestellt. Die Anlage von Castelfeder dürfte über einen gewissen Zeitraum zwischen dem späten 7. und dem 9./10. Jahrhundert unbenützt geblieben sein.


Erneute Bautätigkeit nach der Völkerwanderungszeit

In karolingischer oder spätestens ottonischer Zeit finden sich wieder Spuren menschlicher Tätigkeit auf der „Oberburg“. Die alte, teilweise verfallene, byzantinische Befestigung wird erneuert und im Westen und Norden gänzlich ersetzt. Das Mauerwerk erscheint deutlicher geschichtet, die Mauerstärke ist bedeutender und es kommen ausgedehnte Abschnitte von Opus spicatum im Mauerwerk vor. Im Westen des „Oberburg“ wird der so genannte „Langobardenturm“ dieser Phase zuzuordnen sein. Im Norden wird die alte Umfassungsmauer verstärkt und ein rechteckiges, zweigeschossiges Gebäude angestellt, von dem heute noch Wesentliches erhalten ist. Diese zweite Befestigung von Castelfeder findet auch ihren archäologischen Niederschlag in Fundstücken, zum Beispiel einer Scheibenfibel, die dem Kötlach-karantanischen Kreis zugeschrieben werden kann oder einem fragmentierten Stachelsporen. Die Dauer der Benützung dieser Befestigung ist unbekannt, scheint aber nicht bis in das 12. Jahrhundert hinein zu reichen.

Unklar ist die Datierung der Grundrisse von mehr als 160 Gebäuden.



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