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Lagrein im Wandel der Zeit
Ort: Kirchplatz - Auer
Wann: 07.06.2012
Zeit: 19 - 24 Uhr
 
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Trasse der Fleimstalerbahn

Wunderbarer Ausblick auf das Südtiroler Etschtal

Radeln Sie entlang der Trasse der alten Fleimstalerbahn… von der Ebene hinauf in die Höhe! Kondition ist gefragt!


Geschichte der Fleimstalerbahn -
Wege verbinden Menschen & Schicksale


Bereits im Jahr 1891 gab es Pläne für eine Bahn ins Fleimstal. Der Gedanke, der diesem Projekt zu Grunde lag, war die touristische Erschließung des Fleimstales. Erst in zweiter Linie verband man damit auch wirtschaftliche Interessen, zum Beispiel den Abtransport von Holz und Mineralien. Der Bau scheiterte jedoch. Schuld daran waren unterschiedliche Vorstellungen über den Streckenverlauf, aber auch Geldmangel.

Erst während des 1. Weltkriegs, im Jahr 1915, als in den Dolomiten der Krieg gegen Italien begann, war ziemlich schnell klar, dass der Nachschub über die vorhandenen Straßen unzureichend war. Die Pläne über die Fleimstalbahn wurden somit wieder aktuell. Im Februar 1916 starteten die Arbeiten zum Bau der Bahn.

Am Bau beteiligt waren 3900 zivile Bauarbeiter, 600 Militärpersonen und 1500 Kriegsgefangene (ein Großteil davon Russen). Im Winter 1916/1917 musste der Bau wegen der katastrophalen Witterungsverhältnisse eingestellt werden. Auch die Unterernährung der Arbeiter forderte viele Todesopfer.

Mitte Mai 1917 gab es verheerende Überschwemmungen im Drautal, daher wurde ein Großteil der Eisenbahnkompanien und Kriegsgefangenen von der Fleimstalbahn dorthin abgezogen. Zum Weiterbau der Bahn wurden einheimische Frauen und Jugendliche eingesetzt.

Der Eröffnungszug von Auer nach Predazzo Süd fuhr am 1. Februar 1918. Die Stilllegung erfolgte am 10. Januar 1963.


Gedicht zur Fleimstalbahn 

Sitzend in der Bar „Aur-Ora“
(wo man spielt auch manchen Sketch)
mir verrint die Zeit sin’ mora
nächst dem Bahnhof an der Etsch.

In dem Glasel vom Traminer
spiegelt sich Stakettenzaun,
und im Fenschterl der Ladiner
lässt mich süchtig rückwärts schau’n:

Fern vom Zentrum der Stadt Auer
startet auf schmaler Spur
früher Bürger so wie Bauer
zu ‚ner Fleimstaltagestour.

Aus zweihundert Metern „Tiefe“
quält sich Lok den Berg hinauf
mit Geächze und Geschniefe
stöhnt sie kurvig ihren Lauf.

Schielt verächtlich nur nach Süden,
wo es stetig geht hinab,
klettert redlich ohn’ Ermüden,
zu gewinnen Bergetapp’.

Ihr zu Füße die Ruine
einst’ger Herren von Caldiff,
stößt sie mit kohlschwarzer Mi(e)ne
aus verweg’nen Angriffspfiff.

Tänzelnd auf dem Viadukte
tankt sie (Höhen-) Luft bei Glen,
ohn’ dass ihr die Pumpe zuckte,
darf sie sich im Kreise dreh’n.

Scharf sind alle Passagiere
auf den Tunnel ob Montan,
wo man/frau sich amüsiere:
hier erwacht manch ein Vulkan...

Erst am Pass von San Lugano
wird der Höhepunkt erreicht,
dann im Tempo „cristiano“
Zug durch Cavalese schleicht.

Größte Steigung überwunden,
im Tal des Avisio
drei bis vier Prozent nun munden
in W.’s Bar zu Tesero.

Hinter uns liegt der strapazzo,
seh’n wir links den Latemar.
Und im Bahnhof von Predazzo
setzt Lok um – triangular.

Edel klingt uns Val di Fiemme
(ohn’ dass stört des Wortes Sinn),
wo ich glücklich in der Schwemme
voll mit Maddalena bin.

 

 

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