Ein paar Sagen über unsere Umgebung… von sagen.at:
Castelfeder
Ehe die Langobarden Tirol verließen, stellten sie, um sich desto besser von den Römern und Deutschen abzusondern, anstatt der Marksteine, von denen sie die gegen Deutschland liegende Metam Germanicam oder Deutschmetz, die gegen Italien schauende aber Metam Lombardicam oder Wälschmetz nannten. Ober diesen stand der Terminus oder die Gränzsäule und davon hat die jetzt dort liegende Ortschaft den Namen Tramin überkommen. Weil dieser Vertrag zwischen den Deutschen und Wälschen in freien Feld oberhalb des Dorfes Auer geschlossen worden ist, hat man zur fortwährenden Erinnerung an diese Handlung das Schloß Castellum foederis, d. h. das Schloß des Bundes dort erbaut.
Die raufenden Wäscherinnen
In Neumarkt wuschen etliche Wäscherinnen im Wassergraben, als gerade der Hexenmeister Lazer mit seinem Hexenbuch vorbeikam und sich einen Spaß machen wollte.
Er schlug das Buch auf und las etliche Worte heraus, da fingen die Waschweiber plötzlich miteinander zu raufen an und zerrten sich weidlich an den Haarzöpfen herum. An Schimpfreden fehlte es ebenfalls nicht. Der Lazer hatte seine Freude daran und lachte unbändig. Als sie sich so eine Weile abgerauft hatten, las er den Zauber von rückwärts, und die Wäscherinnen hielten im Raufhandel inne, sahen einander verdutzt an und setzten friedlich ihr Waschen fort, als wenn nichts geschehen wäre.
Dr. Martin Luther
Als Martin Luther zum Concilium nach Trient wollte, war er schon nicht mehr weit von dieser Stadt. Da fragte er ein altes Weib, das ihm begegnete, ob das Konzil schon angefangen habe, und was die Bischöfe machten. "Lang schon", antwortete das Mütterchen dem Pater, "und jetzt tun sie in einem großmächtigen Kessel öl sieden für den Dr. Luther, um ihn zu brühen, sobald er kommt." Luther kehrte um und aß in Salurn zu Mittag. Da erkannte ihn jemand, und er fühlte sich des Lebens nicht mehr sicher. Nun verließ er eiligst das Dorf und ist das Essen - andere sagen: die Würste - noch immer schuldig. Auf dem Rückweg nach Deutschland hielt er sich einige Zeit im Schloß Anger bei Klausen auf, wo er gute Freunde hatte.
Geister im Schloß Enn
Um die Schloßruinen von Enn, ober Montan, wogt in nächtlichen Stunden gespenstiges Treiben. Vorbeigehende hören Seufzen und Wimmern, als würden in den unterirdischen Verließen noch immer Gefangene gefoltert und gequält wie einst, da auf Schloß Enn die peinliche Gerichtspflege gehandhabt wurde.
Drei Ritter von Enn hatten im 11. Jahrhundert den Grafen Heinrich von Eppan meuchlings ermordet. Obwohl sie die Untat schon zu Lebzeiten sühnten, müssen die Mörder auch nach ihrem Tode noch als Geister in Gestalt dreier schwarzgekleideter Ritter in den Ruinen umherirren, bis auch für sie einst die Stunde der Erlösung schlägt.
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